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Schwertkampf Turnier
Gültiges Regelwerk für Freikampf mit Vollkontakt von Valentin Zerr
Waffendisziplinen:
1. Schwert & Schild:
- Waffe: ein- oder zweischneidige Klingenwaffe, die einhändig geführt werden kann.
- Zulassungkriterien: gepflegter, schartenfreier Zustand; Schlagkante mindestens 2mm; abgerundete Klingenspitze; Mindestgewicht 1kg.
- Schildabmessungen: maximal 75cm x 65cm oder bei Rundschilden Durchmesser 70cm. Bei geringerer Körpergröße des Kämpfers dürfen das Knie und der Schulteransatz auf keinen Fall gleichzeitig durch den Schild geschützt sein.
2. Schwert & Buckler:
- Waffe und Zulassungskriterien wie in der ersten Disziplin.
- Schild: Nachbau eines Schildes, der eindeutig als Buckler nach historischen Vorbildern definiert werden kann.
3. Einhandschwert:
- Waffe und Zulassungkriterien wie in der ersten Disziplin.
- Kein Schild, je nach Turnier ist optional ein Parierdolch erlaubt.
4. Langes Schwert:
- Waffe: ein- oder zweischneidige Klingenwaffe, die zweihändig geführt werden kann.
- Zulassungskriterien: gepflegter, schartenfreier Zustand; Schlagkante mindestens 2mm; abgerundete Klingenspitze; Mindestgewicht: 1,5kg.
5. Hiebwaffen:
- Waffe: Axt, Morgenstern, Rabenschnabel oder Streitkolben, die einhändig geführt werden können.
- Zulassungskriterien werden allen planmäßigen Teilnehmern turnierspezifisch und rechtzeitig mitgeteilt.
6. Stangenwaffen:
- Waffe: Speer, Mordaxt, Glefe, Hellebarde o.ä., die zweihändig geführt werden können.
- Zulassungkriterien werden allen planmäßigen Teilnehmern turnierspezifisch und rechtzeitig mitgeteilt.
7. Freie Waffenwahl:
- Zulassungskriterien für Waffen und Schutzausrüstung werden allen planmäßigen Teilnehmern
turnierspezifisch und rechtzeitig mitgeteilt.
Schutzausrüstung:
1. "frühmittelalterliche" Stufe:
- Kopfschutz: rundum geschlossener Helm ( Materialstärke mind. 1,5mm ) oder Helm mit Augenschutz + Kettenbrünne / Lamellen als Schutz für Gesicht, Nacken und Hals. Bei geschlossenem Helm oder Helm mit Lamellenschutz ist eine entsprechende darunterliegende Polsterung Pflicht. Bei einem Helm mit Kettenbrünne zusätzlich zur Polsterung ist ein entsprechender starrer Schutz unter der Brünne Pflicht.
- Körperschutz: entsprechend gepolsterter oder wattierter Gambeson; Kettenhemd, leichte Brigantine oder Lamellenrüstung ist zusätzlich empfehlenswert, aber bei entsprechender Polsterung des Gambesons nicht zwingend notwendig.
- Beinschutz: besonders im Oberschenkelbereich entsprechend gepolsterte oder wattierte Beinlinge.
- Ellenbogen- und Kniegelenkschutz: Kacheln aus Metall nach historischen Vorbildern oder notfalls in Form moderner Protektoren unter dem Gambeson.
- Armschutz: extrastarke Polsterung der Unterarme oder Unterarmschoner aus Leder / Eisen.
- Handschutz: Platten- oder Kettenhandschuhe bzw. -fäzstlinge; bei Handschutz ohne Metall muss die Polsterung besonders verstärkt sein.
2. "hochmittelalterliche" Stufe:
- Kopfschutz: rundum geschlossener Helm ( Materialstärke mind. 1,5mm ) mit entsprechender Polsterung.
- Körperschutz: gepolsteter oder wattierter Gambeson, mit Kettenhemd, leichter Brigantine oder Lamellenrüstung.
- Beinschutz: gepolsterte Beinlinge mit Komposit- bzw. Lamellenbeinschutz.
- Ellenbogen- und Kniegelenkschutz: ausschließlich Metallprotektoren nach historischen Vorbildern.
- Schulterschutz aus Eisen oder zumindest Holz- bzw. Lederplatten nach historischen Vorbildern aus der zweiten Hälfte des 13. Jh...
- Armschutz: Unterarmschoner aus Metall oder aus hartem Leder.
- Handschutz: gespolsterte Platten- oder Kettenhandschuhe bzw. -fäustlinge.
3. "spätmittelalterliche" Stufe:
- Kopfschutz: rundum geschlossener Helm ( Materialstärke mind. 1,5mm ) mit entsprechender Polsterung.
- Körperschutz: voller, den gesamten Körper schützender Harnisch aus Eisen nach spätmittelalterlichen Vorbildern; alternativ Plattenrock / Brigantine mit Zusatzschutz für den gesamten Körper.
Kampfregeln:
Klasse A:
- Es werden ausschließlich volljährige Kämpfer zugelassen.
- Waffendisziplinen: 1 bis 3 ( optional 4 und 7 mit Wahlmöglichkeiten aus 1 bis 4 ).
- Rüstungsstufen: 1 bis 3.
- Kampfdauer: 1 bis 2 Minuten.
1. Tefferzonen:
- Als Trefferzonen gilt der gesamte Körper mit Ausnahme von:
-- allen Gelenken, Hals, Unterarmen, Händen, Unterleib, Unterschenkel und Füße.
- Treffer auf Unterleib, Knie und Unterschenkel sind ausdrücklich verboten!
2. Kampftechniken:
- Ausdrücklich verboten sind Stiche aller Art.
- Erlaubt sind nur Hiebe mit der Klingenschneide, nicht aber mit der flachen Seite des Schwertes, der Parierstange oder dem Knauf. Jeglicher Einsatz von Schlägen, Tritten oder Stöße etwa mit Fäusten, Beinen, Ellenbogen oder dem Kopf ist untersagt.
- Erlaubt ist das Schieben des Gegners mit der eigenen Schildfläche über max. 1 Sekunde.
- Erlaubt ist ein Schildkantenstoß auf die Deckung bzw. die Waffe des Gegners, aber nicht zu seinem Kopf oder Körper
- Erlaubt ist das Binden des Gegners mittels der eigenen Waffen, nicht jedoch mittels des eigenen Körpers; ebenso ist das Greifen der Waffen des Gegners verboten.
- Alle Kampftechniken, die zu einem Infight führen, sind generell verboten.
3. Trefferwertung:
- Als Trefferpunkt wird ein durchgezogener und kraftvoller Treffer mit der Klingenschneide in eine der Trefferzonen gewertet.
- Einen oder zwei Trefferpunkte bekommt ein Kämpfer nach zwei oder mehr Verwarnungen seines Gegners.
- Jeder Kampf wird nach einer zuvor festgelegten Zeit oder nach 10 erreichten Trefferpunkten eines
Kämpfers beendet.
- Erreicht keiner der Kämpfer 10 Trefferpunkte innerhalb der Kampfzeit, gewinnt der Kämpfer mit dem höheren Punktestand, jedoch nur bei einer Differenz von mind. zwei Trefferpunkten zum gegnerischen Stand.
- Ist nach dem Ende der Kampfzeit keiner der Kämpfer als eindeutiger Sieger zu bestimmen, erfolgt eine Kampfverlängerung von 30 Sekunden.
- Ist auch nach der Verlängerung kein Sieger festzustellen, erfolgt ein Wechsel der Waffendisziplinen und der Kampf wird fortgesetzt, bis weitere drei Trefferpunkte erzielt werden.
- Ab der zweiten Verlängerung ist eine Differenz von mind. zwei Trefferpunkten zwischen den Gengern nicht mehr zur Siegerermittlung notwendig.
4. Kampfverlauf:
- Die Kämpfer werden in die Arena gerufen. Sie werden durch den Ringrichter in der Arena aufgefordert sich zu begrüßen, und nochmals in kurzer Zusammenfassung über die Kampfregeln aufgeklärt. Sobald die Kämpfer eindeutig keine Fragen mehr haben und kampfbereit sind, weist der Ringrichter ihnen Ausgangspositionen in der Arena zu und sagt daraufhin den Kampfbeginn an.
- Die Kampfdauer beträgt 1 bis 2 Minuten, bei einer Kampfunterbrechung wird die Kampfzeit gestoppt und die Kämpfer kehren auf ihre Ausgangspositionen zurück.
- Aufgrund beschädigter oder verschobener Rüstungsteile oder Waffen ist eine kurzzeitige Unterbrechung des Kampfes durch den Kämpfer oder seinen Betreuer mittels lauter mündlicher Ansage oder des Hebens der Waffenhand erlaubt. Die Beschädigungen sollten innerhalb von 30 Sekunden behoben oder die beschädigten Gegenstände ersetzt worden sein, anderenfalls wird der Kämpfer technisch disqualifiziert und der Kampf gilt für ihn als verloren.
- Ebenso wird der Kampf unterbrochen, wenn ein Kämpfer zu Boden geht. Sofern dies ausschließlich witterungsbedingt geschieht ( z.B. ausrutschen ) wird der Kampf lediglich kurzzeitig unterbrochen, anderenfalls wird dies als Minuspunkt gewertet.
- Bei deutlicher Überlgegenheit eines Kämpfers kann ein Kampf von den Schiedsrichtern unterbrochen werden, um dem Unterlegenen eine weitere Möglichkeit zum Wenden des Kampfverlaufes zu bieten. Jedoch hat die zweite oder spätestens dritte Kampfunterbrechung dieser Art die Niederlage des schwächeren Kämpfers zur Folge.
- Kann ein Kämpfer aufgrund seines körperlichen Zustandes nicht weiterkämpfen, wird er angezählt. Ist er nicht in der Lage, den Kampf nach 10 Sekunden fortzuführen, gilt er als besiegt durch technischen K.O.
- Nach Kampfende kehren die Kämpfer auf ihre Ausgangspositzionen zurück und warten auf die Bekanntgabe des Kampfergebnisses bzw. auf weitere Anweisungen durch die Kampfrichter.
- Jeder Kämpfer hat Anspruch auf einen Betreuer, der ihm beim Anlegen der Rüstung, beim Ausbessern beschädigter Ausrüstungsgegenstände oder beim Waffentausche in der zweiten Verlängerung hilft.
5. Disziplin:
- Den Ansagen der Schiedsrichter ist umgehend Folge zu leisten.
- Unehrenhaftes Benehmen, Verlust der Waffe im Kampf oder unabsichtliche Anwendung einer unerlaubten Kampftechnik fürhen zu einer Kampfunterbrechung und Verwarnung.
- Zwei Verwarnungen werden als ein Minuspunkt gewertet.
- Drei Verwarnungen führen zu zwei Minuspunkten im Kampf, oder je nach der Schwere des Verstoßes gegen die Kampfregeln, kann der Kämpfer für das gesamte Turnier disqualifiziert werden.
- Bei einem erkannbar absichtlichen Verstoß gegen die Kampfregeln erfolgt eine sofortige Disqualifikation für das gesamte Turnier.
6. Schiedsrichterarbeit:
- Schiedsrichter sind grundsätzlich zu neutralem Verhalten gegnüber den Kämpfern in der Arena verpflichtet.
- Bei jedem Kampf müssen mindestens drei Schiedsrichter anwesend sein.
- Einer der Schiedsrichter bleibt in der Arena und dirigiert den Kampfverlauf, die anderen befinden sich in dem für sie abgegrenzten Bereich im Umkreis der Arena und verfolgen den Kampf aktiv mit. Sie bleiben nicht stehen, sondern versuchen stets, den optimalen Blickwinkel auf die Kämpfer zu behalten.
- Jeder Schiedsrichter darf den Kampf jederzeit unterbrechen, der Ringrichter durch Einmischung in den Kampf, die Außenschiedsrichter durch laute Wortmeldung.
- Bei Kampfbewertung zählt die Stimme des Ringrichters doppelt, bei Gleichstand der Richtermeinungen wird der Kampf automatisch verlängert.
7. Sicherheit:
- Vor jedem Turnier wird die gesamte Ausrüstung der Kämpfer geprüft. Um am Turnier teilzunehmen, sind Teilnehmer, deren Ausrüstung als nicht sicher eingestuft wurde, verpflichtet, die entsprechenden Ausrüstungsgegenstände umgehen zu ersetzen.
- Tiefschutz ist für jeden Teilnehmer Pflicht, Mundschutz wird empfohlen.
- Die freie Kampffläche der Arena muss mindestens 5m x 5m betragen.
- zwischen der Kampffläche und dem Außenbereich muss eine doppelte Abgrenzung vorhanden sein. In dem abgegrenzten Bereich befinden sich mind. zwei Schiedsrichter und mind. zwei Sicherheitsbeauftragte. je nach Ort und Lage haben auch die Betreuer der aktuellen Kämpfer freien Zutritt zu diesem Bereich.
- Den Sicherheitsbeauftragten obliegt es, stets zu kontrollieren, dass sich keine Unbefugten innerhalb der Abgrenzung befinden. Zusätzlich sind sie derart ausgestattet, daß sie die Kämpfer von der ersten Abgrenzung wegschieben können, falls eine akute Gefahr für Zuschauer entstehen könnte.
Deutsches Regelwerk für Freikampf mit Vollkontakt von Valentin Zerr.
Online gestellt: März 2010
Letzte Änderung: 07.07.2011 Punkt 1.) Schildabmessungen